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Die Wissenschaft hinter onelife · 10. Jun, 2026

Die Wissenschaft hinter onelife

Viele Programme werben mit „wissenschaftlich fundiert“ oder „evidenzbasiert“. Wir finden: Solche Aussagen sollten nachvollziehbar sein. Hier machen wir transparent, worauf onelife aufbaut – und wie wir Wirkung überprüfen, statt sie nur zu behaupten.

Warum wir von psychologischer Fundierung sprechen

Viele Programme für persönliche Entwicklung werben mit Begriffen wie „wissenschaftlich fundiert“, „evidenzbasiert“ oder „psychologisch entwickelt“. Wir finden: Solche Aussagen sollten nachvollziehbar sein.

Deshalb möchten wir transparent machen, worauf onelife aufbaut, wie wir Inhalte entwickeln und wie wir versuchen zu überprüfen, ob das, was wir entwickeln, Menschen tatsächlich hilft.

Denn für uns bedeutet psychologische Fundierung mehr als ein Verweis auf einzelne Studien. Sie entsteht auf drei Ebenen:

  • durch fundierte Inhalte und Methoden
  • durch die Menschen, die die Entwicklung begleiten
  • durch die Bereitschaft, Wirkung zu messen statt nur zu behaupten

Wissenschaftlich fundierte Inhalte

onelife ist kein Kurs, der versucht, Menschen vorgefertigte Antworten zu geben. Stattdessen begleiten wir einen Prozess, der auf einer einfachen Grundidee beruht:

Orientierung entsteht durch Selbstverständnis, Sinn und Erfahrung.

Deshalb ist das Programm in drei aufeinander aufbauende Schritte gegliedert:

  1. 1Verstehen, was dich leitet
  2. 2Mögliche Zukunftsrichtungen erkunden
  3. 3Durch kleine Erfahrungen Orientierung gewinnen

Viele der Übungen orientieren sich an etablierten psychologischen Forschungsfeldern.

Selbstverständnis entwickeln

Der erste Teil von onelife beschäftigt sich mit Fragen wie:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Welche Muster prägen mich?
  • Was gibt mir Energie?
  • Wo fühle ich mich lebendig?

Dafür greifen wir unter anderem auf Erkenntnisse aus folgenden Bereichen zurück:

Werteforschung

Werte gehören zu den stabilsten psychologischen Orientierungssystemen, die wir kennen. Sie beeinflussen Entscheidungen, Motivation und die Frage, was sich für uns stimmig anfühlt.

Die Wertearbeit in onelife orientiert sich unter anderem an den Arbeiten von Milton Rokeach und Shalom Schwartz sowie an Methoden der Werteklärung aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT).

Persönlichkeitspsychologie

Zur Selbstreflexion nutzen wir vereinfachte Elemente des wissenschaftlich etablierten Big-Five-Modells. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Diagnostik oder Kategorisierung, sondern um ein besseres Verständnis persönlicher Tendenzen und Präferenzen.

Emotionale Muster

Menschen reagieren auf Unsicherheit, Stress oder Veränderungen oft mit wiederkehrenden Denk- und Verhaltensmustern. Die Reflexion dieser Muster orientiert sich unter anderem an Erkenntnissen aus der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), der Emotionsregulationsforschung und der ACT.

Flow und intrinsische Motivation

Ein weiterer Fokus liegt auf Tätigkeiten und Erfahrungen, die Menschen als besonders lebendig, vertieft oder energiereich erleben. Hier greifen wir auf die Flow-Forschung von Mihaly Csikszentmihalyi sowie auf die Selbstbestimmungstheorie von Edward Deci und Richard Ryan zurück.

Sinn und mögliche Zukunftsrichtungen erkunden

Viele Menschen kommen zu onelife mit der Hoffnung, ihren „einen Lebenssinn“ zu finden. Die psychologische Forschung zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild.

Sinn wird meist nicht gefunden wie ein versteckter Gegenstand. Er entwickelt sich im Zusammenspiel von Erfahrungen, Beziehungen, Werten und möglichen Zukunftsbildern.

Inspiration durch Viktor Frankl

Ein wichtiger Einfluss auf unsere Arbeit ist die Sinnforschung und Logotherapie Viktor Frankls. Frankl verstand Sinn nicht als etwas, das man besitzt oder erreicht. Sinn entsteht vielmehr in der Beziehung zwischen Mensch und Leben. Diese Perspektive prägt unser Verständnis von Orientierung bis heute.

Future-Self-Forschung

In Modul 2 arbeiten Nutzer:innen mit verschiedenen möglichen Zukunftsbildern. Dabei orientieren wir uns an Forschung zu sogenannten „Possible Selves“ und zukünftigen Identitäten. Statt die eine perfekte Zukunft zu definieren, geht es darum, verschiedene Richtungen zu erkunden und emotional erfahrbar zu machen.

Narrative Identität

Menschen verstehen sich nicht nur über Eigenschaften oder Testergebnisse. Wir verstehen uns über Geschichten. Deshalb unterstützen viele Übungen dabei, einzelne Erkenntnisse zu einem größeren Bild zu verbinden:

  • Wer bin ich?
  • Was ist mir wichtig?
  • Und in welche Richtung möchte ich wachsen?

Orientierung durch Erfahrung gewinnen

Ein zentrales Prinzip von onelife lautet: Klarheit entsteht nicht nur im Denken.

Viele Menschen warten darauf, sich sicher genug zu fühlen, bevor sie handeln. Die Forschung zeigt jedoch, dass Orientierung häufig erst durch Erfahrung entsteht.

Deshalb arbeiten wir mit kleinen, realen Experimenten. Nicht als Leistungsaufgabe. Nicht als Selbstoptimierung. Sondern als Möglichkeit, mehr über sich selbst zu lernen.

Kleine Schritte statt großer Entscheidungen

Dieser Ansatz orientiert sich unter anderem an Erkenntnissen aus:

  • der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
  • der Selbstwirksamkeitsforschung von Albert Bandura
  • dem erfahrungsbasierten Lernen (Experiential Learning)
  • Forschung zu Identitätsentwicklung und Exploration

Die zentrale Frage lautet dabei nicht, was die perfekte Entscheidung ist:

Nicht: „Was ist die perfekte Entscheidung?“
Sondern: „Welcher kleine Schritt könnte mir helfen, mehr über mich und meine Richtung zu verstehen?“

Entwickelt von Menschen, nicht von Gurus

Wir glauben nicht, dass einzelne Personen die Antwort auf die großen Fragen des Lebens besitzen. Deshalb basiert onelife nicht auf einer Guru-Figur, einer Weltanschauung oder einer einzelnen Methode.

Stattdessen verbinden wir unterschiedliche Perspektiven aus Psychologie, Coaching, Wissenschaft und Praxis.

Das Kernteam

Philipp Andréewitch

Konzeption & Inhalte

Philipp beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Sinn, Orientierung, persönliche Entwicklung und Lebensgestaltung. Seine Aufgabe besteht darin, psychologische Erkenntnisse in eine verständliche und alltagsnahe Lernerfahrung zu übersetzen.

Lukas Prenner

Design & Umsetzung

Lukas verantwortet die digitale Entwicklung und Nutzererfahrung der Plattform. Sein Fokus liegt darauf, psychologische Inhalte so aufzubereiten, dass sie zugänglich, intuitiv und wirksam nutzbar werden.

Johanna Oppermann

Klinische Psychologin

Johanna begleitet die psychologische Konzeption von onelife und unterstützt die fachliche Qualitätssicherung der Inhalte. Sie bringt insbesondere die Perspektive evidenzbasierter Psychologie und verantwortungsvoller psychologischer Begleitung ein.

Conrad Simon

Coach & Begleiter von Veränderungsprozessen

Conrad bringt die Perspektive praktischer Umsetzung und persönlicher Entwicklung ein. Sein Fokus liegt auf der Frage, wie Erkenntnisse tatsächlich im Alltag wirksam werden können.

Advisory Board

Zusätzlich wird onelife von einem wissenschaftlichen Advisory Board begleitet. Dabei geht es nicht darum, bekannte Namen zu präsentieren. Es geht darum, kritische fachliche Perspektiven einzubeziehen und die Qualität der Inhalte kontinuierlich zu hinterfragen.

Alexander Batthyány

Sinnforscher · Kognitionswissenschaftler

Als international anerkannter Experte für Sinnforschung und Leiter mehrerer Viktor-Frankl-Institute begleitet er onelife insbesondere bei Fragen rund um Sinn, Orientierung und existenzielle Psychologie.

Nuno Piçarra

Professor für Psychologie

Mit Schwerpunkt Psychologie und Technologie begleitet Nuno die Entwicklung der Plattform aus psychologischer Perspektive und unterstützt dabei, dass digitale Erfahrungen psychologisch sinnvoll, verantwortungsvoll und wissenschaftlich reflektiert gestaltet werden.

Wirkung messen statt nur behaupten

Viele Programme sprechen über Wirkung. Wenige versuchen, sie systematisch zu überprüfen. Wir möchten deshalb nicht nur über psychologische Fundierung sprechen, sondern auch beobachten, was Menschen tatsächlich erleben.

Dafür begleiten wir onelife mit einer laufenden Vorher-Nachher-Erhebung.

Was wir aktuell messen

Zu Beginn und nach Abschluss einzelner Module erfassen wir unter anderem Fragen wie:

„Wie klar ist dir im Moment, was dir wichtig ist?“

Diese Frage verstehen wir als einen ersten Hinweis auf wahrgenommene innere Orientierung und Klarheit.

Erste Ergebnisse

Die Datenerhebung befindet sich noch im Aufbau. Aktuell liegen erste Ergebnisse aus Modul 1 vor:

Vor Modul 1

3,55

Ø Klarheitswert · n = 574

Nach Modul 1

4,00

Ø Klarheitswert · n = 23

Erste Orientierung – kein endgültiger Wirksamkeitsnachweis.

Diese Ergebnisse verstehen wir ausdrücklich als erste Orientierung und nicht als endgültigen Wirksamkeitsnachweis. Die Stichprobe ist derzeit noch klein und wird laufend erweitert. Mit zunehmender Datenbasis werden wir unsere Ergebnisse transparenter und differenzierter veröffentlichen.

Was onelife nicht ist

Transparenz bedeutet für uns auch, Grenzen klar zu benennen. onelife ist:

  • keine Psychotherapie
  • keine psychologische Diagnostik
  • keine Krisenintervention
  • kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlung

Wir behandeln keine psychischen Erkrankungen und stellen keine Diagnosen. Unser Ziel ist es, Menschen bei Selbstreflexion, Orientierung und persönlicher Entwicklung zu unterstützen.

Unser Verständnis von Wissenschaft

Für uns bedeutet Wissenschaft nicht, dass es auf alle Lebensfragen eine richtige Antwort gibt. Wissenschaft hilft uns vielmehr dabei,

  • bessere Fragen zu stellen,
  • hilfreiche Methoden auszuwählen,
  • Annahmen kritisch zu überprüfen,
  • und Wirkung möglichst transparent zu betrachten.

onelife begleitet Menschen nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Struktur. Nicht mit Gewissheit, sondern mit Orientierung. Und nicht mit Druck, sondern mit einem Raum, in dem Menschen sich selbst besser verstehen können.